Dunkeldeutschland

Schmiedeberg bei Dresden. Unter der Führung eines ehemaligen Stasi-Offiziers entstand hier mitten im Walt eine Flüchtlingsunterkunft, die die Dorfgemeinde tief spaltete. Wehrend ein Teil der Bewohner, oft selbst mit Fluchterfahrungen nach dem 2. Weltkrieg, probierten den neuankommenden so gut wie möglich zu unterstützen, bildete sich hier auch die Bürgerwehr FTL/360, besser bekannt als „Gruppe Freital“, welche 2018 wegen Gründung einer Terroristischen Vereinigung verurteilt wurden. Benannt hat sich die Gruppe nach der Buslinie, die Schmiedeberg mit Freital und Dresden verbindet.

Der Ort Schmiedeberg liegt eine halbe Stunde hinter Freital. Einst endete die Bahnlinie von  Schmiedeberg Richtung Dresden in Freital. Viele  Schmiedeberger* innen haben Familie dort. Einer der verurteilten Organisatoren der  rassistischen Unruhen in Freital kommt aus der Umgebung von Schmiedeberg. Und die seit vier Jahren in Schmiedeberg untergebrachten Asylbewerber fahren
täglich mit dem Bus nach Freital zur Schule Untergebracht ist das Asylheim in einem leerstehenden Gebäude der Gießerei – den größten Arbeitgeber Schmiedebergs.

Mitten im Wald. Das baufällige, verwahrloste Gebäude wird von einem alten Stasi-Offizier  betrieben. Außer dem Sicherheitsdienst gibt es  kaum Angestellte. Einmal die Woche kommt ein Sozialarbeiter vom Roten Kreuz vorbei der gnadenlos überlastet ist. Die  Stimmung im Ort ist Feindlich. Fast keiner beantwortet Grüße
der Geflüchteten. Der Kneipier des „Come In“ hat sich eine Luftpistole angeschafft, falls ein Asylbewerber auf die Idee kommt, in der Kneipe etwas trinken zu wollen. Über Ausländer zu schimpfen gehört zum guten Ton. Und nach ein paar Bier wird auch lautstark über  Mordpläne an Asylbewerbern diskutiert.

Der lachende Bäckermeister pflegt Tradition. Mit seiner Musikgruppe spielt er in einer alten Dorfkneipe Erzgebirger Volksmusik. Mittwochs spendet er dem Begegnungscafé blächeweise Kuchen: Für ihn gibt es da keinen Gegensatz.